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1. Frauen


Spielberichte

11. Spieltag

 

HSG Weißeritztal : Radebeuler HV     25:20 (13:10)

 

Joachim „Jogi“ Löw sagte einmal: „Wichtig ist nicht die Aufstellung, wichtig ist die Einstellung!“ Am vergangenen Samstag (25. Januar 2020) spiegelte sich die Wahrheit dieses Spruches im Frauen-Punktspiel der HSG Weißeritztal gegen den Tabellenzweiten Radebeuler HV wieder. Die HSG empfing das Radebeuler Team mit Respekt und man wusste um die Schwere des Spiels aus vergangenen Partien gegeneinander. Im Training gut eingestellt und vorbereitet vom Trainer Michael Kühn, welcher an diesem Wochenende verhindert war und seine Mädels aus der Ferne vor Spielbeginn noch einmal per Motivationsnachricht viel Erfolg wünschte, versuchten sich die HSG-Damen von der etwas unsportlichen Anpfiffszeit 12.00 Uhr nicht beirren zu lassen. Den besseren Start ins Spiel fanden die Gäste, welche bis zur 4. Minute zwei Tore vorlegten, bevor Sandra Kunath in der 5. Minute den HSG-Torreigen eröffnete. Mit zwei Verwarnungen infolge für Radebeul und dem Ausgleich in der 7. Minute zum 3:3, war der Trainer der Gäste wohl nicht einverstanden und nahm bereits in der 9. Minute die 1. Auszeit. Ziel dieser Auszeit war sicherlich, seine Mannschaft wachzurütteln, nachdem er mit ansehen musste, wie die Gastgeberinnen immer besser ins Spiel fanden und die HSG-Abwehr plötzlich zur HSG-Mauer wurde. Für das HSG-Team war dies ein Zeichen, die Gäste schon zeitig im Spiel verunsichert zu haben und genau das motivierte sie noch mehr, nicht locker zu lassen. Radebeul tat sich schwer, in sein bekannt starkes Angriffsspiel zu finden. Und die HSG nutzte die Auszeit der Gäste und setzte noch einen drauf. Mit Toren von Annelie Stange und Alexandra Horn übernahmen sie die Führung zum 5:3. Erst in der 13. Minute, nach 6 torlosen Minuten, gelang Radebeul der Anschluss zum 5:4. Trotz der engen Kiste ließ sich das Heim-Team nicht verunsichern und glanzvolle Paraden von Katharina Knez im Tor der HSG gaben der Mannschaft immer wieder neuen Schwung für das Angriffsspiel. Trotz auftretender vergebener Chancenverwertung, Fehlabspielen, Fehlwürfen (11 in der 1. Halbzeit) und technischen Fehlern (6 in der 1. Halbzeit), ließen sich die HSG-Mädels die Führung nicht nehmen und über die Stationen 6:4 (14. Minute), 8:7 (20. Minute) und 11:8 (27. Minute) gelang es vor allem Alexandra Horn, die immer wieder schön von ihren Mitspielerinnen außen freigespielt wurde, den Ball im Tor unterzubringen. Wie groß die Verzweiflung des Gäste-Trainers sein musste, zeigte seine zweite genommene Auszeit in der 29. Minute. Eine Minute vor der Halbzeitpause wurde es schon etwas lauter in der Auszeitansprache von Radebeul. Bestätigung und Mut zum Weitermachen für das Heim-Team, bevor es beim Stand vom 13:10 in die Halbzeit ging.

 

Sichtlich gerührt von der grandiosen Abwehrarbeit ihres Teams war Co-Trainerin Simone Hoffmann, was sie in ihrer Halbzeitansprache auch ihren Mädels mitteilte. Ebenso wie die Freude darüber, dass jede einzelne Spielerin alles gab und ein Spielerwechsel keinen Einbruch brachte. Zu Beginn der 2. Halbzeit sah man sich in den Spielbeginn zurückversetzt, denn hier hatte wieder Radebeul den besseren Start und schaffte mit zwei Toren infolge den Anschluss zum 13:12 (35. Minute). Eine Herausstellung bei den Gästen nutzte die HSG und legte wieder mit zwei Toren nach. Damit war der kleine Puffer vom 3-Tore-Vorsprung erstmal wieder hergestellt. Nach einer erneuten 2-Minuten-Strafe beim Radebeuler HV und dem 17:13 sah sich der Coach der Gäste gezwungen, seine 3. und damit letzte Auszeit des Spiels zu nehmen. Nach genau 9 Minuten der 2. Halbzeit, wie auch seine 1. Auszeit nach Spielbeginn in der 9. Minute. Und hier wurde er noch einmal richtig laut. Co-Trainerin S. Hoffmann ließ ihre Mannschaft ganz bei sich und sagte nur: „Ihr hört wie der Trainer da drüben schreit, damit wisst ihr, dass ihr alles richtig macht“. Auch wenn sich die Quote der Fehlwürfe und technischen Fehler in der 2. Halbzeit zur 1. Halbzeit nicht großartig veränderte, so wurde es Dank dem Bollwerk Abwehr nach wie vor für Radebeul nicht leichter, die Abwehr der HSG zu knacken. Bis zur 48. Minute konnten sich die Gastgeberinnen mit einem 3-Tore-Vorsprung die Gäste vom Halse halten, bevor Radebeul kleinere Unsicherheiten der HSG nutzten, um in der 50. Minute durch einen 7-Meter-Treffer zum 21:19 aufzuschließen und damit noch einmal spannende 10 Minuten zu versprechen. Aber die HSG wäre an diesem Tag nicht die HSG gewesen, wenn in der 54. Minute Katja Hofmann im Tor einen 7-Meter der Gäste nicht parierte. Mit dieser Parade verpasste sie ihrem Team noch einmal einen Ruck und zog Radebeul den Zahn. Nach dieser Aktion wirkte Radebeul arg gezeichnet und ahnte wahrscheinlich schon, dass an diesem Tag in Wilsdruff wohl nichts zu holen ist. Diese Niedergeschlagenheit der Gäste war gleichzeitig der Endspurt für die HSG. Mit vier Toren in den letzten 5 Minuten für die Heimmannschaft, davon traf Annelie Stange dreimal, und einem Treffer der Radebeuler konnten sich die Gastgeberinnen über einen 25:20 Erfolg gegen den Zweiplatzierten freuen und diese Freude war dem Trainergespann wie auch jeder einzelnen Spielerin derart anzusehen, dass man den Erfolg erst einmal setzen lassen und verinnerlichen musste.

 (Mandy)

 

HSGW mit: Katja Hofmann, Katharina Knez (beide im Tor), Anne Ludewig 1, Alexandra Horn 5, Sandra Kunath 5/3, Nicole Horn 3, Annelie Stange 7, Lilly Lützner, Mandy Ulbricht 1, Manja Schulze 3, Carolin Golenia;

Simone Hoffmann (Co-Trainerin), Jörg Ulke (MV)